Der Name ist Programm
Amaryllis Quartett
Gustav Frielinghaus, Violine
Lena Sandoz, Violine
Mareike Hefti, Viola
Yves Sandoz,Violoncello
Das mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnete Amaryllis Quartett zählt mit seiner packenden und ausdrucksvollen Interpretation zu den interessantesten Streichquartetten seiner Generation. Frühe Studien absolvierte das Quartett bei Walter Levin in Basel, später beim Alban Berg Quartett in Köln und bei Günter Pichler in Madrid. 2012 wurde das Quartett mit dem ECHO Klassik für die CD «White» mit Werken von Haydn und Webern ausgezeichnet.
Programm:
Joseph Haydn (1732–1809)
Quartett C-Dur op. 33/3 Hob. III:39
«Vogelquartett»
Allegro moderato
Allegretto
Adagio
Presto
Ludwig vn Beethoven (1770–1827)
Quartett D-Dur op. 18/3
Allegro
Andante con moto
Allegro – Minore – Maggiore
Presto
*****
Felix Mendelssohn (1809–1847)
Quartett a-Moll op. 13
Adagio – Allegro vivace
Adagio non lento
Intermezzo. Allegretto con moto –
Allegro di molto
Finale. Presto – Adagio non lento
Details zum Programm
Joseph Haydn gilt als Vater des Streichquartetts, hat er doch 83 Werke dieser Gattung komponiert, die unbestritten das Fundament bilden, auf das Interpreten wie auch Komponisten bis heute zurückgreifen. Goethe fand für Haydns Streichquartette folgende Worte: «Diese seine Werke sind eine ideale Sprache der Wahrheit, in ihren Teilen notwendig, zusammenhängend und lebendig. Sie sind vielleicht zu überbieten, aber nicht zu übertreffen». Seit seinem Opus 20 hatte Haydn fast ein Jahrzehnt für seine wichtigste Gattung nichts mehr komponiert. Inzwischen hatte er die verschiedenen Elemente des Streichquartetts neu gegliedert, was sich in seinem neuen Quartettzyklus, den sog. «Russischen Quartetten» op. 33 offenbarte, den er dem Grossfürsten Paul von Russland widmete. Hier sind die Melodienlinien mit Vorschlägen und reichen Verzierungen ausgeschmückt, die sich auch als Vogelrufe deuten lassen. Sowohl Publikum als auch Verleger gaben dem 3. Quartett in C-Dur dieses Zyklus den Namen «Vogelquartett». Auch für Ludwig van Beethoven war Haydn in der Streichquartettschöpfung ein Vorbild. Nachdem Beethoven, 28-jährig, von Fürst Lobkowitz den Auftrag für einen ersten Quartett- Zyklus erhalten hatte, widmete er sich dem Opus 18 während dreier Jahre, in denen sechs eigenständige Streichquartette entstanden, die bis heute zu den wichtigsten Werken dieses Genres zählen. Es finden sich in diesen Anklänge, die an Haydn erinnern, aber der Sinfoniker Beethoven ist bereits bei seinem ersten Quartett-Zyklus deutlich herauszuhören. Es sind reife Werke, die sich sowohl in ihren technischen Ansprüchen, als auch in der Expressivität und Klangwärme auszeichnen. Während der Entstehung der Quartette lernte Beethoven die Adlige Josephine Brunsvik kennen, die als mögliche Adressatin seiner 1812 verfassten Briefe an die «Unsterbliche Geliebte» gilt. Felix Mendelssohn komponierte das Quartett in a-Moll op. 13 mit gerade 18 Jahren, kurz nach dem Tod Ludwig van Beethovens. Der junge Komponist, ein glühender Verehrer des grossen Vorbildes, lässt in diesem bereits sehr expressiven Werk Anklänge an dessen letzte Streichquartette durchschimmern. Obwohl Mendelssohn experimentierfreudig ist, trägt das Jugendwerk bereits die Handschrift eines Meisters und erfreut durch lyrische und liedhafte Passagen und seinen typischen, vor allem im Trioteil immer wieder aufleuchtenden sommernachtstraumähnlichen elfenhaften Stil.