Mendelssohn Musikwoche Wengen

Klavierabend

Tamar Beraia, Klavier
Die in Bern lebende und mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnete georgisch-schweizerische Pianistin Tamar Beraia präsentiert sich mit einem Klavierspiel voll Kraft, Musikalität und Virtuosität. Sie ist bereits vor einigen Jahren sehr erfolgreich innerhalb der Mendelssohn Musikwoche aufgetreten.

Programm
Robert Schumann (1810 – 1856)
Arabesque C-Dur op.18

Clara Schumann (1819 – 1896)
2 Mazurken op. 6 Nr. 3 & Nr. 5
Scherzo Nr. 2 c-Moll op.14

Robert Schumann
Sonate Nr. 2 g-Moll op. 22
So rasch wie möglich
Andantino. Getragen
Scherzo. Sehr rasch und markiert
Rondo. Presto – Prestissimo.
Quasi Cadenza

*****
Felix Mendelssohn (1809 – 1847)
Lieder ohne Worte op. 19 Nr. 1, op.
38 Nr. 2, op.67 Nr. 2, op. 102 Nr. 4

Fanny Mendelssohn (1805 – 1847)
Aus «Das Jahr» 12 Charakterstücke
für Klavier
September
November
Dezember

Felix Mendelssohn
Variations sérieuses op. 54

Details zum Programm
Robert Schumanns Arabeske C-Dur op. 18 wirkt verträumt und wehmütig. Die klar strukturierte klassische Form wird durch leichte, arabisch anmutige Fragmente ergänzt, die sich zu einem glänzenden Ganzen verbinden. Das Werk entstand im Herbst 1839, in der Zeit, als Schumann versuchte Clara Wieck gegen den Widerstand ihres Vaters zu ehelichen. Die Klaviersonate Nr. 2 in g-Moll op. 22 entstand zwischen 1833 und 1836. In einem Brief vom 3. März 1838 schreibt Clara Schumann: «Ich freue mich unendlich über die zweite Sonate, sie erinnert mich an viele glückliche, aber auch schmerzliche Stunden. Ich liebe sie, genau wie du; dein ganzes Wesen kommt darin so deutlich zum Ausdruck, und ausserdem ist sie nicht allzu unverständlich. »Bevor Clara Wieck Noten lesen konnte, erforschte sie bereits das Klavier. Sie entwickelte sich zu einer international renommierten Konzertpianistin, die zwischen 1831 und 1889 in ganz Europa aufgetreten ist. In ihren Programmen spielte sie oft die Werke ihres Mannes und befreundeter Zeitgenossen. Das op. 6 ist ein Zyklus von sechs Klavierstücken, die sie 1836 komponierte. Sie gehören nach wie vor zu ihren bedeutendsten Werken für Klavier. Im Scherzo Nr. 2, das 1845 entstand, zeigt sie nicht nur ihre kompositorische Meisterschaft, es kommt auch ihr pianistische Virtuosität zur Geltung. Der Einfluss Chopins ist nicht zu überhören, den sie als Pianisten und Komponisten sehr verehrte. Der hochbegabten Fanny Mendelssohn wurde von ihrem Vater nicht gestattet, ihr Talent zu ihrem Beruf zu machen. Ihr Wirken stand ein Leben lang im Schatten ihres berühmten Bruders. Der Klavierzyklus «Das Jahr» entstand 1841 nach ihrer Italienreise. Die Charakterstücke können als Tagebuch dieser glücklichen und an Erlebnissen reichen Zeit verstanden werden. Fanny Hensel-Mendelssohn schrieb nach ihrer Rückkehr: «Oh, du schönes Italien! Wie reich bin ich innerlich durch Dich geworden.» Felix Mendelssohn überraschte seine Schwester Fanny zu deren 23. Geburtstag mit einem Klavierstück, das den Titel «Lied» trug. Sie erweiterte diesen Titel mit «Lied ohne Worte», unter dem weitere Klavierwerke ihres Bruders bekannt wurden. Sie zählten bereits zu seinen Lebzeiten zu den dankbarsten Stücken, die die Klavierliteratur des 19. Jahrhunderts zu bieten hatte. Der Verleger Nikolaus Simrock war mit der Herausgabe dieser Werke so erfolgreich, dass er Mendelssohn nachträglich ein zusätzliches Honorar zukommen liess. Die Variations sérieuses op. 54 komponierte Mendelssohn 1841. Das Werk besteht aus 16 Variationen, das sich an Beethoven zu orientieren scheint, jedoch bereits zum virtuosen Variationsstil von Brahms hin tendiert. Ganz bewusst setzt sich Mendelssohn von seinen Zeitgenossen ab. Ein Freund von ihm, der Komponist und Pianist Ignaz Moscheles, sagte über op. 54: «Ich spiele die Variations sérieuses immer wieder, jedes Mal geniesse ich die Schönheiten aufs neue».

Mendelssohn Musikwoche Wengen

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