Eröffnungskonzert
Jan Mráček, Violin / Lukáš Klánský, Piano Preisträger Fritz-Kreisler-Wettbewerb 2014
Im Eröffnungskonzert wird der Violinist Jan Mráček, 1. Preis des Fritz-Kreisler-Wettbewerbs 2014 zusammen mit Lukáš Klánský, Klavier auftreten. Die beiden Musiker verbindet seit 2008 eine enge Zusammenarbeit im In- und Ausland. Die Auftritte der beiden Künstler zeichnet sich durch Leichtigkeit und eine tiefe emotionale Interpretation der Musik aus.
Programm
Felix Mendelssohn (1809 –1847)
Sonate F-Dur
Allegro vivace
Adagio
Allegro vivace
Johannes Brahms (1833 –1897)
Scherzo FAE
Antonin Dvořák (1841–1904)
Vier romantische Stücke
«Drobnosti» op. 75
Allegro moderato
Allegro maestoso
Allegro appassionato
Larghetto
Bedrich Smetana (1824-1884)
Z Domoviny (aus meiner Heimat)
Moderato
Andantino - Moderato
Details zum Programm
Das Manuskript der dreisätzigen und brillanten Violin-Sonate in F-Dur von Felix Mendelssohn wurde erst 100 Jahre nach dessen Tod 1953 durch Yehudi Menuhin entdeckt und erstmals herausgegeben. Es war eine kleine Sensation, denn dieses Meisterwerk war vom Komponisten nicht zum Druck freigegeben worden. Dabei handelt es sich um das reifste Werk dieser Gattung, das er 1838 komponierte. Obwohl es in dieser Sonate durchweg einen gewissen Kontrast zwischen dem äusseren Effekt und der Tiefe des Gefühls gibt, passen die drei Sätze gut zusammen, und sie runden sich zu einem einheitlichen Ganzen. Die Tonfolge F. A. E. war als allgemeine Devise des Geigers Joseph Joachim für «Frei aber einsam» bekannt. Sein Konzert in Düsseldorf inspirierte Robert Schumann, gemeinsam mit seinem Schüler Albert Dietrich und dem bei ihm als Gast wohnenden Johannes Brahms, ein Überraschungsgeschenk in Form einer Violinsonate zu komponieren. Die sinnige Widmung auf dem Manuskript war: F. A. E. – In Erwartung der Ankunft des verehrten und geliebten Freundes Joseph Joachim … Das Scherzo wurde als alleinstehende Komposition erst 1906, 53 Jahre nach der Entstehung, veröffentlicht! Das komplette Werk benötigte weitere drei Jahrzehnte bis zu seiner Veröffentlichung. Antonín Dvořák komponierte seinen Zyklus von Vier romantischen Stücken für Violine und Klavierop. 75 im Januar 1887. Diese vier Stücke sind aus seiner früheren Komposition, einem Trio für zwei Violinen und Viola, bekannt als Miniaturen arrangiert. Nach einer ersten Aufführung mit dem Geiger Karel Ondřiček in Prag meldete der Komponist seinem Verleger: «Gestern hier gespielt und sehr gefallen.» Die wunderbaren Stimmungsbilder tragen typische Merkmale der böhmischen Volksseele. Das 1880 für Violine komponierte zweisätzige Werk mit dem poetischen Namen Z Domoviny (Aus meiner Heimat) kann als virtuose Miniatur des grossen Orchesterzyklus Ma Vlast (Meine Heimat) verstanden werden, den Bedřich Smetana ein Jahr zuvor beendet hatte. Beide Werke entstanden in den Jahren, in denen die völlige Ertaubung seine Schaffensfreude überschattete. Er lebte seit 1876 bei seiner Tochter Žofie und deren Familie in einem Forsthaus des Grafen Alexander von Thurn und Taxis. Dessen Sohn war ein guter Violinist, der für sich diese beiden Kompositionen bestellt hatte, die geigerisches Können voraussetzen. Das Werk besticht nicht nur durch Virtuosität, sondern durch eine liebliche liedhafte Melodik im Wechselspiel mit dramatischem Ausdruck.